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Handlungsbedarf

Zuletzt verändert: 14.01.2013

Handlungsbedarf - Aktionsfelder und Querschnittsaufgaben

Am dritte CWR Workshop wurde der Handlungsbedarf für CWR Arten diskutiert. Die ad hoc Gruppe war sich einig, dass der Handlungsbedarf im Idealfall für jede Art spezifisch erarbeitet werden muss, d.h. den artspezifischen Handlungsbedarf. Dieser soll auf Grund der definierten Aktionsfelder und ihren Ziele abgeleitet werden können. In diesem Kapitel werden die Grundlagen zur Ableitung eines artspezifischen Handlungsbedarfs definiert. Es sind dies Aktionsfelder und Querschnittsaufgaben mit entsprechenden Zielen.

 

                                                     ==> PDF Handlungsbedarf

 

Aktionsfeld Zucht:

Motivation:

Mit Kulturpflanzen verwandte Wildarten sind Träger von wertvollen Genen zur Verbesserung der Kulturpflanzen, beispielsweise für deren Anpassung an Klimaänderungen (Maxted et al. 2008).

Für Züchter stellen verwilderte Kulturpflanzen oder Hybriden zwischen Kultur- und Wildpflanzen einen besonders wertvollen Genpool dar.

Ziel A: Fördern der  CWR Arten bei der Verbesserung von Kulturpflanzen

       Massnahmen:

- Beschreibung des Genpools der Wildpflanzenpopulationen (Ökotypen)

- Identifizierung von interessanten Ökotypen

Priorität:

- CWR Arten von Kulturpflanzen mit aktuellem Zuchtprogramm.

 

Ziel B: Identifizieren von Hybriden zwischen Kulturpflanzen und Wildpflanzen und verwilderten Kulturpflanzen

       Massnahmen:

- Identifizierung und Beschreibung von interessanten Hybriden zwischen Wildarten und Kulturpflanzen und von verwilderten Kulturpflanzen.

 

Ziel C: Akteure vernetzen: Wissensaustausch mit Zuchtprogrammen fördern.

       Massnahmen:

- Zusammenarbeit mit Züchtern intensivieren (Sensibilisierung).

- Zugang zu Material und Wissen (Zuchtpotential) fördern.


Aktionsfeld Nutzung:

Motivation

i) In CWR Arten steckt ein grosses Potential als neue Kulturpflanzen in die landwirtschaftliche Produktion einzugehen.

ii) Die CWR Arten haben ein grosses Potential, als Wildpflanzen genutzt zu werden (genutzte Wildpflanzen).

Ziel A) Die Vielfalt der genutzten Kulturpflanzen fördern bzw. erhöhen.

Ziel B) Nutzung der CWR Arten (genutzte Wildpflanzen) unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. NHG).

Massnahmen:

- Identifizierung von Arten, welche in der Vergangenheit vom Menschen genutzt wurden (z.B. Archeophyten).

- Beschreibung von Eigenschaften die für eine Nutzung wichtig sind.

- Produkte generieren.

- Wissen zugänglich machen.

 

Aktionsfeld Genpool:

Motivation: Die genetische Struktur von CWR erhalten und schützen. Die CWR Arten, die in der Schweiz gefährdet sind, genauer überwachen, so dass ihre Existenz nicht bedroht ist. Die innerartliche Strukur (genetische Vielfalt bzw. Ökotypen) ist hier mitberücksichtigt.

Ziel A: „Genetic Pollution verhindern:

Massnahmen:

- Wildpflanzenpopulationen schützen gegen Genintrogression von aussen (genetic pollution.)

Priorität: seltene Arten, die nahe verwandte Kulturpflanze besitzen, welche häufig sind.

 

Ziel B: Genetische Erosion verhindern:

Massnahmen:

- Verhindern, dass es in Wildpflanzenpopulationen zum Verlust an genetischer Diversität kommt (genetic erosion).

Priorität: seltene Arten, in kleinen, isoliert vorkommenden Populationen.

 

Ziel C: Gefährdete CWR Arten erhalten (siehe auch Kapitel 4.1):

Massnahmen:

- in situ und ex situ Erhaltung von seltenen CWR Arten.

Priorität:

  • CWR Arten mit einem hohen (RE, CR, EN, VU) Gefährdungsgrad.
  • CWR Arten mit internationaler Verantwortung der Schweiz.
  • Genauer Gefährdungsgrad potentiel gefährdeter (NT) Arten eruieren.
  • CWR Arten mit unbekanntem Gefährdungsgrad genauer betrachten.

 

Ziel D: Ökotypen erhalten:

Massnahmen:    

- in situ und ex situ Erhaltung von Ökotypen von CWR Arten.

            Priorität: Bekannte Ökotypen von CWR Arten für Ernährung und Landwirtschaft.